Echo
Solo CD Luc Ferrari - Souvenir, Souvenir, Wergo 67372
11-2011 | NMZ
"Die inspirierende Wiederbegegnung mit einem bedeutenden Komponisten."
01-2012 | Fono Forum
Serieller Ferrari
"Zwar war Luc Ferrari der Prototyp eines Multimediakünstlers, dem die ästhetische Reflexion von Alltagswirklichtkeit in jeder erdenklichen Form (Texte, Instrumental-Partituren, elektroakustische Kompositionen, Film, Musiktheater etc.) besonders am Herzen lag, dennoch war gerade das Klavier zeitlebens ein wichtiges Medium seiner Arbeit. Schliesslich hat der 1929 geborene Franzose bei Alfred Cortot und Olivier Messiaen studiert und so zeichnen Ferraris zahlreiche Klavierstücke aus der ersten Hälfte der 1950er Jahre zunächst für eine eigenwillige und höchst musiklaische Variante des Darmstädter Serialismus verantwortlich. Stücke wie "Suite hétéroclite", "Antisonate", "Sonatine Elyb" (die wie eine Hommage an Schönbergs Klavierstücke klingt) und "Visage I" zeigen eine verspielte Mischung aus Dodekaphonie und Neoklassizismus mit dem erklärten Ziel, einen "gefühlvollen, erzählenden Mechanismus hervorzubringen". Der Freiburger Pianist Elmar Schrammel lässt deshalb bei aller kantigen Transparenz des Anschlags auch deren lyrische Seite nicht aussen vor. Einen völlig anderen Charakter offenbart drei Jahrzehnte später die "Collection de petits pièces...(1984/1985). Nachdem Ferrari Prinzipien der Musique concrète und des Minimalismus zu seiner "Musique anecdotique" verschmolzen hatte, begegnet einem ein 36-teiliges Mosaik aus Realgeräuschen, Sprachfetzen und verzerrten Melodien, deren Miniaturen gern mal nur zehn Sekunden dauern (und dann "Objet complexe" heissen) – sehr kurzweilig. Dabei wird der Reiz des musikalischen Klischees weidlich ausgekostet, mit augenzwinkernden Anspielungen an Schumann, Chopin, Liszt und andere Heroen des romantischen Klaviers."
Wertung: Musik **** (4/5) Klang ***** (5/5)
01-12-2011 | The Guardian
Luc Ferrari (1929-2005) was part of the generation of French composers dominated – suffocated, some might say – by Pierre Boulez. His musical pedigree was impeccable: Ferrari studied piano with Alfred Cortot, analysis with Messiaen and composition with Honegger and Varèse, and he was one of the founders of the Groupe de Recherches Musicales, pioneers of electronic music in the late 1950s. His subsequent output was dominated by pieces for tape, in which recordings of ambient sounds played an important part, but he composed instrumental music, too, and this disc collects together his works for piano. Yet it is still the one work involving tape that is the most striking. If the other pieces here seem rather dry, serial exercises, without a real musical personality of their own, the Collection de Petites Pièces, 35 musical fragments full of direct quotations and allusions to other music, either played by the pianist or incorporated into the prerecorded tape, which also includes speech, synthesised and ambient sounds, is by turns baffling, utterly banal and rather engaging. It's no surprise to discover that it started out as an idea for a music-theatre piece, in which, according to Ferrari's note, "the pianist asked himself questions about music".
01-12-2011 | Westzeit
"Wer sich mit avancierter elektronischer Musik beschäftigt, wird den Franzosen Luc Ferrari durch seine Tonbandcollagen oder auch durch die Zusammenarbeit mit Leuten wie DJ Olive oder Otomo Yoshihide sicher kennen, aber die hier vorgestellten und soweit dem Frühwerk (1953-56) entstammend in gewissem Sinn beinahe konventionellen Klavierstücke (u.a. die "Antisonate" als Anti-Serialismus-statement) dürften vielen neu sein. Elmar Schrammel spielt dies ebenso ernsthaft-leichthändig wie die "36 Aufreihungen für Klavier und Tonband", die mit "concrèten" Einwürfen zu irritieren vermögen oder das zuweilen fast sentimentale "Fragment eines Tagebuchs". Und diese Musik ist keinesfalls akademisch, sondern quicklebendig."
CD Morton Feldman, For Philip Guston, Breuer | Engler | Schrammel
07-2008 | The Guardian
"It´s the most extraordinary journey."
17-10-2008 | NZZ | Feuilleton
"Breuer | Engler | Schrammel musizieren wie versteinert, um diese leere Landschaft auszuloten, und schaffen es, einen Raum von großer Saugkraft zu beschwören, in dem sich Zukunft und Vergangenheit verschlingen."
10-2008 | Applaus Magazin
"Eine liebevollere Wiedergabe dieser musikalischen Grenzerfahrung als durch Breuer | Engler | Schrammel ist nur schwer vorstellbar."
06-2008 | allmusicguide.com
"The performers deserve praise for their technical control, expressive consistency, and physical endurance, for at no time does this placid music seem strained or rushed due to impatience or discomfort. […] This is some of Feldman´s most beautiful and moving music, and the presentation here is simply one of the finest."
05-2008 | Neue Musik Zeitung
"Lustvolles Überstehen, Freude am Unendlichen, Vertrauen ins Weite."
05-2008 | Westzeit
"Wenn man mehr als viereinhalb Stunden vor Boxen zugebracht hat, aus denen Klänge von kontemplativ-fremdartiger Schönheit perlen […] befindet man sich in einem ganz besonderen Bewußtseinszustand. Und darum geht es doch wohl. Sensationell!
CD Cage Otte, orient occident
14-01-2008 | CD-Tip, BR Bayern 4 Klassik
"Ein transparenter und klangschön geglückter Mitschnitt des unter dem Motto orient occident stehenden Konzerts ist in sehr überzeugender Form als CD bei WERGO veröffentlicht. Jetzt kann nachgehört werden, wie da zwei exzellente und einfühlsame Pianisten – Elmar Schrammel und Philipp Vandré – mit ihrem Spiel in Bereiche einer Geistigkeit vorgedrungen sind, vor der das schnöde Wort letztlich versagt."
15-05-2008 | audaud.com
"A sotto voce musical kaleidoscope of fascinatingly changing timbres."
09-04-2008 | klassik.com
"Die klangliche Dokumentation eines denk- und hörwürdigen Abends ist nun bei WERGO erschienen. Als klangsinnige und kreative Pianisten konnten Elmar Schrammel und Philipp Vandré gewonnen werden, die beiden Werkreihen die nötige Tiefe und Ruhe verleihen, ohne je den musikalischen Fluß ins Stocken geraten zu lassen."
Luc Ferrari, Collection de petites pièces
24-02-2006 | Frankfurter Rundschau
Tönende Wackelbilder
"George Crumb’s Eleven Echoes gelangen vollkommen. Das lag nicht zuletzt an dem pianistischen Bezugspunkt - dem aus Freiburg stammenden Elmar Schrammel. Mit Luc Ferraris 1984/85 komponierter Collection de petites pièces hatte der 30-Jährige dann einen dreiviertelstündigen Solo-Auftritt. Nicht ganz allein allerdings, denn dem Klavier war eine elektro-akustische Klangkulisse beigestellt, gegen die, mit der zusammen und in die hinein zu spielen war. Ferrari, Vertreter einer anekdotischen Musik, der die akustische Ansichtspostkarte in der Neuen Musik heimisch machte, indem er lebensweltliche Bezüge in sein Komponieren hineinmontierte, hat zeitlebens eine Art moderner Romantik konfiguriert. Ein Erik Satie am Ende des 20. Jahrhunderts, der mit der Geste des Klanggourmets und -touristen in seinen tönenden Wackelbildchen mit Glitzerbesatz, falschen Farben, schrägen Perspektiven und einem Hauch von Pin-up-Flair samt Motiven von Schumann bis Schönberg blättert. Früher hat der Komponist selber einmal das Werk in Frankfurt gespielt. Vor einigen Monaten ist er 76-jährig gestorben. Jetzt hat Elmar Schrammel die polyglotte Ästhetik wunderbar getroffen und selber eine Visitenkarte erster Güte abgegeben."
27-02-2006 | FAZ
Bremse eines schrägen Ottos
"Elmar Schrammel vermittelte mit der Collection de petites pièces des vor kurzem verstorbenen Luc Ferrari zwischen abgehobenen Klavierspiel, Comic-Oper und instrumentalem Theater. Diese szenisch konzipierte Selbstbefragung eines Musikers, wie Ferrari ausführte, bringt mit reichlichem Humor das gesamte klavieristische Ausdrucksspektrum der vergangenen 200 Jahre aufs Tapet: ein durchgeschütteltes Lexikon der Motive mit elektronischem Über-Ich und Bremse eines schrägen Ottos."
Solo Rezital (Sciarrino, Chopin, Huber, Schubert)
19-05-2009 | Badische Zeitung
Musiker mit großem Format
"Elmar Schrammel hat viel zu bieten: Technik und Gestaltungskraft auf höchstem Niveau, Musikalität ohne Allüren, sichtbare Spielfreude. Sein Programm mit Werken aus Romantik und Moderne wirft eine entscheidende Frage auf: Immer wieder ist der Zuhörende nämlich versucht, zwischen zwei Klangwelten, die sich doch recht fremd sind, abzuwägen. Erst in der Zugabe von George Crumb führt Schrammel die beiden zusammen […] In Chopins Nocturnes op. 55 und 62 entführt Schrammel seine Zuhörer in die romantische Klangwelt voll Melodienseligkeit, das Klavier singt in schönen Bögen, hier und da vielleicht mit etwas viel Pedal. Das Liedhafte steigert sich zum Drama, dem – im Vergleich zu anderen Werken gebremsten Ausbruch. In der Themen-Wiederholung schmückt Schrammel Chopin aus, ohne zu übertreiben. […] Schrammel bietet eine gut hörbare, in den Tempi aber manchmal leicht sprunghaft wirkende Interpretation von Schuberts Sonate D 959 an. Der über weite Strecken geübte Verzicht auf das Pedal wirkt angenehm klar und transparent. Schön das Andantino in seiner A-B-A’-Form, nur verhalten schnell das Scherzo mit seinem hübschen Trio."
